April 2018

Elvis, Las Vegas und der Wilde Westen Teil 1

15. April
Die Vorfreude hatte endlich ein Ende – es ging nach Frankfurt zum Flughafen. Dort angekommen, sah man schon bekannte und auch neue Gesichter. Natürlich zuerst Helmut und Karin Radermacher. Die Freude, sich endlich mal wieder zu treffen, war groß. Dann ging es zum Einchecken und anschließendem zusammen Kaffeetrinken zu „Käfer“.

Der Flug startete ziemlich pünktlich um 13 Uhr und wir waren nach ca. 8,5 Stunden in Chicago. Die Einreise ging zügig und wir er- reichten unseren Anschlussflug nach Denver ohne Probleme. Dort angekommen erwartete uns bereits Werner am Flughafen. „Unser“ Bernard fuhr wie immer den Bus vor.

Mit ihm kam er direkt aus Memphis in Begleitung seiner netten Frau Jeanette. Das Wiedersehen mit ihm war sehr nett und herzlich. Er brachte uns zum Hotel und wir ließen den Abend nach der doch anstrengenden Anreise ausklingen.

16. April
Mit dem Bus ging es um 9 Uhr in die Stadt Denver zum Capitol. Das Gebäude erinnert bewusst an das United States Capitol in Washington. Die markante Kuppel wurde nachträglich im Jahr 1908 im Gedenken an den Goldrausch vergoldet.

In die 15. Stufe der Treppe am Westeingang ist der Hinweis „One Mile Above Sea Level“ eingraviert (Eine Meile = 1,61 Kilometer). Von dieser Stufe, die eine Meile über dem Meeresspiegel liegt, kann man die Rocky Mountains sehen. Eine zweite Mile-High-Markierung wurde 1969 an der 18. Stufe angebracht, nachdem Studenten der Universität die Höhe neu vermessen hatten.

2003 wurde mit moderneren Mitteln eine noch genauere Messung vorgenommen, und man stellte fest, dass die 13. Stufe eine Meile über dem Meeresspiegel liegt.

Im Inneren wurde das gesamte Vorkommen des rosa Marmors aus einem Steinbruch aus Colorado verwendet. Viele Muster wurden in dem Marmor entdeckt, eines erinnert an ein Bild von George Washington. Weißer Marmor mit vielen Mustern wurde für die Fußböden verarbeitet. In vielen Fenstern sieht man Glasmalereien von Personen oder Ereignissen aus der Geschichte. Die Hallen sind mit Porträts von allen bisherigen 44 Präsidenten der USA dekoriert.

Weiter ging es zum Buffalo-Bill-Museum mit Grabstätte. Bill, eigentlich William Frederick Cody, war ein berühmter Bisonjäger und Begründer des modernen Showbusiness. Er starb am 10.01.1917 in Colorado. Cody, der sich 1872 bereits Künstlergruppen angeschlossen hatte, gründete 1883 seine eigene Buffalo Bill’s Wild West Show.

Die Show stellte ein riesiges Aufgebot an Menschen und Tieren dar und es gelang ihm, berühmte indianische Häuptlinge wie Sitting Bull als Mitwirkende zu engagieren. Cody exportierte seine Show auch nach Europa.

Das eigentliche Highlight ist aber der Lookout Mountain, auf dessen Höhepunkt das Grab von ihm errichtet ist und von dem man eine klasse Aussicht auf die Stadt Golden, die Prärie und Denver hat. Golden besuchten wir im Anschluss noch zu einem kurzen Bummel; sie wurde 1869 zum Goldrausch gegründet und liegt am Clear Creek an den östlichen Ausläufern der Rocky Mountains.

Das Capitol in Denver
Das Capitol in Denver.
Grab von William "Buffalo Bill" Frederick Cody
Das Grab von William "Buffalo Bill" Frederick Cody.
Das Red Rock Amphitheater
Das Red Rocks Amphitheater in den Bergen diente schon vielen (Musik-)Künstlern als Kulisse.
Fort Laramie
Am zweiten Tag der Reise hieß das Ausflugsziel Fort Laramie.

Anschließend ging es noch mal in die Mountains – zum Red Rocks Amphitheater. Dort erwartete uns eine grandiose Kulisse.

Es ist angeblich das einzige natürliche Amphitheater auf der Welt. Fast 10.000 Besucher finden hier Platz, die Akustik soll hervorragend sein und dementsprechend sind hier schon viele bekannte Künstler, Rockgruppen, Legenden, aber auch ganze Orchester und Theaterensembles aufgetreten. Unter anderem die Beatles, U2, John Denver oder Bruce Springsteen. Wir waren sehr beeindruckt.

Auch Jogger nutzten die Bühne. Sie liefen Trepp auf und Trepp ab. Für mich reichte es schon einmal runter und wieder hoch zu gehen um schon fast aus der Puste zu kommen.

Auf dem Rückweg nach Denver machten wir natürlich einen Foto-Stop am Denver Coliseum. Hier trat Elvis am 8. April 1956 zum ersten Mal auf, weitere Auftritte gab es am 17. November 1970, am 30. April 1973 und am 23. April 1976. Leider konnte man kaum ins Innere blicken und es blieb beim kurzen Verweilen vor den Toren. Hier entstand auch eins unserer Gruppenbilder.

17. April

Heute verließen wir Colorado und es ging in den Bundesstaat Wyoming. Helmut zeigte im Bus den Rapid City-Teil von Elvis in Concert – sein letztes offiziell gefilmtes Konzert (CBS). Hier war der erste Halt am Fort Laramie. Viele von uns hatten sich so ein Fort anders vorgestellt. Eigentlich mit Holzzaun, aber es war sehr weitläufig mit einzelnen, zum Teil noch sehr gut erhaltenen Gebäuden. Fort Laramie ist ein ehemaliger Handelsposten und wurde im Jahr 1834 gegründet und hat eine Fläche von 3,3 km².

Nach ca. 560 km erreichten wir dann Rapid City in South Dakota.

Tourguide vom Mount Rushmore Plaza-Civic-Center
Larry Dale führte uns durch die Halle.
Foto der Urkundenübergabe mit Monique Brave und Elvis Presley
Urkundenübergabe: Monique Brave und Elvis.
Mount Rushmore Plaza-Civic-Center früher
So sah es früher drinnen aus.
Mount Rushmore Plaza-Civic-Center von innen
Vorbereitungen für das Konzert am Abend.
Mount Rushmore Plaza-Civic-Center
Zur Eröffnung des Mount Rushmore Plaza-Civic-Center am 21. Juni 1977 gab Elvis in dieser Halle ein Konzert.

18. April
Uns erwartete am Mount Rushmore Plaza-Civic-Center strahlender Sonnenschein. Die Halle wurde genau am 21. Juni 1977 von Elvis mit einem Konzert eröffnet und gleichzeitig war es eins seiner letzten vor seinem Tod.

Wir wurden von einem sehr netten Mann namens Larry Dale (selber Elvis-Fan, seine Mutter hatte sogar das Elvis-Konzert dort gesehen) durch die Halle geführt. Wir hatten Glück, weil die Halle demnächst renoviert werden soll. Wir konnten sie somit noch im fast originalen Zustand besichtigen.
Wir sahen nicht nur die Halle, sondern auch die Umkleideräume, die Elvis benutzte und wo es das Gespräch mit dem Bürgermeister gab und die Übergabe einer Urkunde des Indianermädchens Monique Brave.

Danach ging es weiter in die Black Hills zum Mount Rushmore Memorial Denkmal. Der Berg verdankt seinen Namen dem New Yorker Anwalt Charles Rushmore, der ursprünglich in dem Gebiet die Goldschürfrechte erworben hat. Das Memorial wurde 1941 fertiggestellt, und besteht aus gewaltigen Porträtköpfen der vier bis zur Zeit seiner Erstellung als am bedeutendsten und symbolträchtigsten geltenden US-Präsidenten: George Washington, Thomas Jefferson, Theodore Roosevelt und Abraham Lincoln. Jedes Portrait ist 18 Meter hoch.

Nach ehrfurchtsvollem Durchschreiten der Avenue of Flags erreichten wir die Grand View Terrace mit freiem Blick auf die Präsidenten. Den Arbeitern am Berg dienten Gipsmodelle als Vorlagen. Mittels einer riesigen Pointing Machine an der Bergspitze wurden die Maße auf den Berg übertragen.

Dabei entsprach 1 Zoll (= 2,54 cm) auf dem Gipsmodell 12 Zoll am Fels. Gleichzeitig wurde damit die Vermessung der Gesichtsrelationen durchgeführt. Mit feinsten Sprengungen wurden die Gesichter modelliert. Anschließend werkelten Arbeiter in sogenannten Schaukelsitzen an den Feinarbeiten, wobei die Glättung der Oberflächen mit kleinen Presslufthämmern ausgeführt wurde. Die Lakota Indianer sehen das Denkmal aber als Entweihung ihres heiligen Berges an.

Übrigens, Thomas Jefferson hatte die Ice Cream erfunden, oder zumindest in den USA mit eigenen Rezepten eingeführt.

Anschließend ging es weiter zum Crazy Horse Memorial. Hier soll eine riesige Skulptur des Sioux Häuptling gleichen Namens entstehen. 1948 begann ein einzelner Mann dieses Mammutprojekt, bis dato wurde nur das Gesicht vollendet.

Crazy Horse ist um ein Vielfaches größer als das Mount Rushmore Memorial. Es wird nicht mit staatlichen Geldern finanziert, sondern durch die Crazy Horse Memorial Foundation, die ein Indianermuseum in der Nähe des Monuments betreibt.

Der Bildhauer Korczak Ziolkowski, der auch schon am Mount Rushmore National Memorial mitgearbeitet hatte, wurde vom damaligen Häuptling der Sioux, Henry Standing Bear, eingeladen, ein Indianer-Denkmal zu gestalten. 10 Millionen Tonnen Granit wurden seitdem aus der Felswand gesprengt. Trotzdem ist bisher seit 1998 nur das Gesicht fertiggestellt.

Ein Termin zur Fertigstellung ist bisher nicht absehbar, es werden aber rund weitere 100 Jahre veranschlagt. Ziolkowski starb 1982. Seine Arbeit wird durch sieben seiner zehn Kinder fortgesetzt, und bis zu ihrem Tod im Mai 2014 war daran auch seine Frau Ruth beteiligt.

Viele Indianer stehen auch dem Projekt kritisch gegenüber. Sie beklagen die Entweihung ihrer heiligen Black Hills und weisen darauf hin, dass Crazy Horse sich nie fotografieren ließ, weil er nicht abgebildet werden wollte.

In fertiger Form wird die Skulptur auf einem Pferd sitzend und mit ausgestrecktem Arm nach Osten weisend zeigen. Alle Präsidentenköpfe am Mount Rushmore zusammen sind in etwa so groß wie der Pferdekopf. Nach Fertigstellung der Skulptur soll diese 195 m lang und 172 m hoch sein.

Die Fahrt ging weiter durch den Custer State Park. Dort sahen wir wilde Büffel. Da wurde natürlich zum schießen angehalten, wenn es dann auch nur Fotos waren.

19. April

Die Reise ging heute schon um 7.15 Uhr weiter. Wir fuhren über die nördlichste Autobahn der USA von Ost nach West. Der Weg führte über die Big Horn Mountains. Bei der Passüberquerung wurde die Baumgrenze erreicht, somit überquerten wir die Rocky Mountains.

Angekommen in Cody, Bundesstaat Wyoming, besuchten wir das Buffalo-Bill-Center, dies beinhaltet gleichzeitig ein Indianer-, Natur-, und Waffenmuseum.

Hier erfuhren wir mehr über ihn, seine berühmten Shows und das Leben der Indianervölker. Am Abend besuchten wir geschlossen das Irma Restaurant & Hotel, welches der große Buffalo Bill noch errichtet und nach seiner Tochter benannt hat, zum Abendessen.

Eine kostbare Theke aus Kirschbaumholz ist das Prunkstück im Hotel Irma, diese Bar-Theke schenkte ihm einst Queen Victoria.

 
Denkmal Mount Rushmore
USA Reisende
Die Autorin des Reiseberichts Monja Metzger.
Denkmal Mount Rushmore
Denkmal Crazy Horse in Cody
Modell des Denkmals Crazy Horse
So soll das Indianer-Denkmal Crazy Horse in 100 Jahren in der Felswand aussehen.
Berge in Jackson Hole
In den Bergen in Jackson Hole lag im April noch Schnee.

20. April

Es ging weiter von Cody nach Jackson Hole. Leider konnten wir den Yellowstone Park wegen des noch liegenden Eis und Schnee nicht durchfahren. Ein großer Umweg war nötig, so fuhren wir durch den Grand Teton National Park auf der 120er Straße, die Südsüdwestwerts geht, auch durch den Wind River Canyon mit einem Halt in Dubois. Jackson Hole empfing uns sehr freundlich bei Sonnenschein, wobei wir mit dem Wetter bis jetzt immer Glück hatten. Der Ort ist bekannt als einer der wichtigsten Skiorte in den Rocky Mountains.

Wir bezogen das wunderschöne Hotel Springhill Suites by Marriott. Den Ort kann man sehr gut zu Fuß erkunden.

21. April

Von Jackson Hole ging es über die Idaho Falls weiter nach Salt Lake City, Utah, der Mormonenstadt am Fuße der Wasatch Mountains, umgeben von schneebedeckten Bergen und Austragungsort der Winterspiele 2002. Als erstes besuchten wir das Salt Palace Convention Center.

Hier trat Elvis am 16. November 1971 und am 2. Juli 1974 auf. Es wurde natürlich ein Gruppenfoto gemacht. Wir kamen auch in den Eingangsbereich. Anschließend besichtigten wir den Temple Square der Mormonenkirche und das Capitol von Salt Lake City. Der Tempel ist der bekannteste und größte der Mormonen.

Das Capitol, am nördlichen Ende der State Street – man überblickt von hier aus Downtown Salt Lake City – ist in seiner Form ebenfalls dem US State Capitol in Washington, D.C., sehr ähnlich.

Es hat eine architektonische Höhe von 87 Metern. Es ist eines der schönen Beispiele für den Renaissance-Stil in den USA.

Errichtet in den Jahren 1912 und 1915/16 aus Utah-Granit aus dem Little Cottonwood Canyon. Wand- und Deckengemälde in der Rotonda erzählen die Geschichte der Stadt. In den Gärten des Grundstückes befindet sich das Vietnam Memorial, das 388 gefallenen Soldaten aus Utah gedenkt.

22. April
Los ging es heute mit dem Konzert des Mormon Tabernacle Choir. Wir hörten und sahen die Proben und den Hauptteil einen der größten und bekanntesten Chöre (350 Personen) weltweit. Es war ein Erlebnis der besonderen Art. Das Konzert wurde live übertragen und wir mussten sehr leise sein.

Die Reise führte uns weiter zum Bryce Canyon. Schon bei der Anfahrt zum Park kann man einige Kilometer vor dem Parkeingang die ersten Hoodoos, die markanten säulenartigen Felsformationen aus rotem Sandstein, sehen.

Der Bryce Canyon Nationalpark war für mich der schönste Canyon. Und dabei ist er gar kein richtiger Canyon, sondern eine Art riesiges natürliches Amphitheater.

Wir fuhren drei Punkte an, den Sunset Point, den Bryce Point und den Inspiration Point. An den beiden letztgenannten kann man das gesamte Amphitheater überblicken. Da der Nationalpark auf 3000 m Höhe liegt, hat man meistens eine unglaublich klare Sicht. Man kann an den Aussichtspunkten unglaublich lange verweilen und Fotos machen, denn immer wieder sieht man neue Dinge.

Fortsetzung im nächsten GBE – mit viel Las Vegas. ♫